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Winckelmann im Kreise der Gelehrten

Klaus-Werner Haupt

Das Gemälde "Winckelmann im Kreise der Gelehrten in der Nöthnitzer Bibliothek" von Theobald Reinhold Anton Freiherr von Oer steht im Mittelpunkt dieser Abhandlung über Winckelmann. Es dient dem Autor als Vorlage für eine kurze szenische Darstellung, in der die Geisteshaltungen und die Kontroversen der zwölf Gelehrten sichtbar werden.
Insgesamt besteht das Heft aus drei Teilen. Einem Kurzabiss zum Maler von Ohr, dessen Bild im Mittelpunkt steht, dann der szenischen Abhandlung, die das Bild zum Leben erweckt. Anschließend wird in einem wissenschaftlichen Abriss Winckelmann als Wegbereiter der Weimarer Klassik abgehandelt.

Kunstgewerbemuseum

Kunstgewerbemuseum

Dietrich Lincke

Es wurde 1867 als private Sammlung gegründet, erhielt aber dann großzügige Unterstützung durch den preußischen Staat. 1874 kaufte die Regierung auf Grund eines Parlamentsbeschlusses das Lüneburger Ratssilber ( 35 prächtige Goldschmiedegefäße aus der Gotik und der Renaissance ) und übergab es dem Museum. 1875 stimmte Kaiser Wilhelm I. zu, 6500 Gegenstände aus der ehemaligen brandenburgisch-preußischen Kunstkammer an das neue Museum zu übertragen. Es handelt sich um Kunstschätze verschiedener Epochen seit dem Beginn der Neuzeit - aus Gold, Silber, Elfenbein, Edel- und Halbedelsteinen und Holz, um Uhren, Porzellan, Keramik, Email, Glas und Textilien.

Ein weiterer großartiger Erwerb war 1935 der „Welfenschatz", ursprünglich der mittelalterliche Reliquienschatz der Kirche St. Blasius in Braunschweig (11.-15. Jahrhundert). Im Gefolge der Reformation gelangte das wertvolle Gut in den Besitz des Welfenhauses. Nach der Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen 1866 nahm König Georg V. den Schatz als Privatbesitz in sein österreichisches Exil mit. Sein Enkel stellte ihn 1927 zum Verkauf. Viele Einzelstücke gingen in die USA, insbesondere in das Art Museum in Cleveland, Ohio. Der Kernbestand wurde aber für das Kunstgewerbemuseum in Berlin erworben und blieb damit für Deutschland erhalten.

Das Museum bietet eine Fülle wertvollen Anschauungsmaterials aus der deutschen Geschichte, umfasst aber auch einige Kostbarkeiten aus Nachbarländern und sogar aus Übersee. In den Anfängen führte es die Bezeichnung Gewerbemuseum und war auch darauf angelegt, Musterexemplare handwerklichen Gewerbefleißes der Jahrhunderte zu sammeln - als „Fundgrube" für die Gestaltung von Erzeugnissen der Neuzeit. Mit dem Erwerb der umfangreichen Sammlungen wurde es zum K u n s t Gewerbemuseum, in der Ausrichtung und im Namen. Dennoch zeigt es weiterhin z.B. Kleidungsstücke und Gebrauchsgegenstände, die Aufschluss geben über Mode und Lebensgewohnheiten anderer Zeiten bis in die Gegenwart hinein.

Die Bedeutung der Sammlungen gab schon 1881 Anlass, ein angemessenes Gebäude für das Museum zu errichten, den - nach dem Architekten benannten - Martin-Gropius-Bau, der heute hauptsächlich für wichtige Sonderausstellungen genutzt wird. Das Gebäude kann es in seiner architektonischen Meisterschaft durchaus mit den Kunstpalästen der Museumsinsel aufnehmen.
Doch schon in der Weimarer Republik erwies sich der prächtige Bau als „zu klein" für das Kunstgewerbemuseum, und es wurde in das Berliner Schloss verlegt, ein Präzedenzfall für die künftige Verwendung des Schlosses nach seinem Wiederaufbau als „Humboldt-Forum" mit den außereuropäischen Museen.

Während des Krieges mussten die Kunstschätze, soweit möglich, aus dem Berliner Schloss an geschützte Orte verlagert werden. Nach der Teilung Deutschlands fanden sie sich auf beiden Seiten wieder. Im Osten erhielten sie eine neue Heimstatt im Köpenicker Schloss, im Westen vorübergehend im Charlottenburger Schloss. 1985 konnte im westlichen Teil Berlins das neue Kunstgewerbemuseum auf dem Kulturforum am Potsdamer Platz eröffnet werden. Der Bau ist in seiner architektonischen Gestaltung nicht unumstritten, bietet aber sehr gute Bedingungen für die Präsentation der Kunstgegenstände. Trotz der Fülle des Materials wirken die Räume nicht überladen. Die Lichtverhältnisse sind gut. Alles kommt zur Geltung: die riesigen Gobelins, die exemplarischen Möbel (an der Spitze der berühmte Pommersche Kunstschrank), die Reliquiare, beginnend mit dem 8.Jahrhundert, die Gold- und Silberschätze, die alten und ältesten Porzellane verschiedenster Provenienz.

Mit der Wiedervereinigung kamen die beiden Standorte des Kunstgewerbemuseums wieder unter eine gemeinsame Regie - der zentrale moderne Zweckbau und das Barockschloss am Rande Berlins. Beide Sammlungen sind in sich abgerundet und haben ihre eigenen Höhepunkte. Wer einen vollständigen Eindruck erhalten will, sollte aber beide Standorte sehen. Dann erweist sich die Aufteilung sogar als ein Gewinn, da sie es ermöglicht, sich die Kunstgegenstände unter verschiedenen Blickwinkeln zu erschließen.

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Fotos_ Dietrich Lincke

Kunstgewerbemuseum

Matthäikirchplatz
10785 Berlin

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