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Florian Russi

Im Zeichen der Trauer
Tröstungen für Hinterbliebene

Dieses Büchlein will denjenigen helfen, die durch den Verlust eines geliebten Menschen in Trauer, Schmerz und seelische Not geraten sind. 

Die Museumsinsel

Die Museumsinsel "Das Bode-Museum"

Dietrich Lincke

Vor dem Ersten Weltkrieg wuchsen die Museumsbestände schnell und kontinuierlich. In den 1870er und 1880er Jahren standen die Musentempel der Museumsinsel unter Leitung von Kronprinz Friedrich, der 1888 als Kaiser Friedrich III. todkrank den Thron bestieg und nach lediglich 99 Tagen starb. Um die Berliner Museen hatte er sich aber bereits bleibende Verdienste erworben. Eine bedeutende Rolle für ihre Entwicklung spielte auch der bekannte Kunsthistoriker Arnold Wilhelm von Bode (1845 - 1929, geadelt 1914 ). Er war seit 1872 in den Berliner Museen tätig, seit 1890 zuständig für die Nationalgalerie, von 1906 - 1920 erhielt er als Generaldirektor die Gesamtverantwortung. Nach seinen Vorgaben errichtete der Architekt Ernst Eberhard von Ihne von l897 - 1904 das imposante Bauwerk an der Spitze der Museumsinsel, das den Namen Kaiser-Friedrich-Museum erhielt. So heißt bis heute der damals gegründete Förderverein. Das Museum selbst wurde dagegen 1956 in Bode-Museum umbenannt. Damit wird die große Leistung des hervorragenden Fachmanns und Organisators gewürdigt. Berühmt war sein Geschick, wichtige Mäzene und deren Sammlungen für die Museen zu gewinnen.

Nach Bodes Vorstellungen nahm der neue Bau vor allem „Bildwerke der christlichen Epochen" auf. Im II. Weltkrieg wurde er schwer beschädigt. Zwischen 1948 und 1986 wurde er in mehreren Phasen repariert und seine Räumlichkeiten nahmen unterschiedliche Bestände auf. 1999 - 2005 wurde er endgültig instandgesetzt. Im Zuge der Wiederherstellung der Bauten auf der Museumsinsel steht nun mehr Raum zur Verfügung; damit ist es möglich, die Sammlungen systematischer zu präsentieren und auch die zwischen Ost und West geteilten Bestände wieder zu vereinen. So kann seit 2006 das Bode-Museum entsprechend seiner ursprünglichen Zweckbestimmung genutzt werden, insbesondere für die Byzantinische Sammlung, die europäische Skulpturensammlung und das Münzkabinett.

Das Museum für Byzantinische Kunst ist ein großer Aktivposten. Es umfaßt wertvolle Objekte aus den späten Phasen des weströmischen Reiches und eine Fülle von Kunstschätzen, aber auch Gebrauchsgegenständen aus dem oströmischen/byzantinischen Reich vom 3. Jahrhundert bis zur Eroberung Konstantinopels durch die Türken 1453. Kunstvolle Steinreliefs (z.B.auf Sarkophagen), Mosaikikonen, Elfenbeinschnitzereien, aber auch Gerätschaften, die im Alltag oder in der christlichen Liturgie Verwendung fanden, erwarten den Besucher.

Die Skulpturensamlung ist eine der bedeutendsten der Welt. Sie umfaßt u.a. Werke von Donatello (ital. Renaissance), Tilman Riemenschneider (deutsche Spätgotik/Renaissance), Bernini (ital. Barock) bis zu Canova (ital. Klassizismus). Diese Skulpturen werden oft durch Gemälde und Möbel in eine Umgebung gestellt, die den Zeitgeist zusätzlich veranschaulicht, eine sehr eindrucksvolle Ausstellungstechnik.

Ein weiterer Schwerpunkt des Bode-Museums ist das Münzkabinett, das mit mehr als einer halben Million Geldstücken weltweit eine Spitzenstellung einnimmt. Präsentiert werden davon kaum mehr als 1%. Wer andere Münzen aus den Beständen sehen will, kann sie sich gegen Vorbestellung im Untergeschoß zeigen lassen.

Das Bode-Museum ist auch architektonisch ein Juwel mit seinen beiden Kuppeln, mit seinem prächtigen Treppenhaus, in dem ein Reiterstandbild des Großen Kurfürsten aufgestellt ist, das von Andreas Schlüter entworfen wurde. Es ist allerdings - bis auf den Sockel - eine Kopie; das Original steht auf dem Ehrenhof des Charlottenburger Schlosses; bis zum II. Weltkrieg war sein Platz an der Langen Brücke, neben dem Berliner Schloß.

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Fotos: Dietrich Lincke