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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Restaurant Habel Weinkultur

Restaurant Habel Weinkultur

Florian Russi

Anders als die charmante Kellnerin befürchtete, bin ich kein Restaurant-Tester. Da ich jedoch viel unterwegs bin, freue ich mich immer wieder über gastliche Stätten, in denen man gut essen, sich in ansprechendem Ambiente und bei freundlicher Bedienung wohlfühlen, mit Freunden und Partnern unterhalten und verhandeln kann. Dann komme ich gern wieder und erzähle auch anderen davon, was ich hiermit wieder tun will.

Das Gasthaus Habel liegt in der Luisenstraße im Zentrum Berlins, in der Nähe des Reichstags. Die Speisekarte wird variabel den Jahreszeiten angepasst. Abwechselnde Menus und Einzelgerichte stehen zur Auswahl. Im Winter ist „Knuspriger Gänsebraten mit Rot-, Braun- und Grünkohl, Serviettenknödeln und geschmälzten Kartoffelknödeln", in der übrigen Jahreszeit das „Wiener Schnitzel vom Kalb mit warmen Kartoffel-Gurkensalat" das meist gefragte Gericht. Auf einem Flyer verspricht das Restaurant, auf ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis Wert zu legen. Bei meinen bisherigen Besuchen wurde dieses Versprechen durchaus eingelöst. Die Speisepläne werden ergänzt durch ein umfangreiches Angebot von roten, weißen und Roséweinen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Australien und Südafrika.

Habel hat in Berlin auch als Weinhändler einen Namen. Im Jahr 1779 wurde das „Weinhaus Gebrüder Habel" in einem Anwesen „Unter den Linden 30" unweit vom heutigen Standort aus der Taufe gehoben. Einer der Gründer, Johann Simon Habel, war zuvor 42 Jahre Kellermeister von Preußenkönig Friedrich dem Großen. 

Natürlich können auch Feste gefeiert werden. Hierfür stehen vier stilvolle Räume zur Verfügung, so die „Brasserie" mit 30 und der „Weinbogen" mit 110 Plätzen. Insgesamt können 260 Personen bewirtet werden. Aus besonderem Anlass oder auf Wunsch werden dann ausgeklügelte Menüs vorbreitet, so ein weihnachtliches Buffet oder die Lieblingsgerichte des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm I., oder anderer historischer Persönlichkeiten.

Auch prominente Gäste zieht es zu Habel. Zwei Tage vor mir war Angela Merkel da, EU-Kommissar Edmund Stoiber lässt sich des Öfteren sehen, viele Kunstschaffende, Regisseure und Schauspieler, so regelmäßig auch die gesamte Truppe von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten" kommen immer wieder. Die Lage, das Ambiente, die Speisen und Getränke und nicht zuletzt die freundliche Bedienung sind hierfür der Grund.

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Fotos: Florian Russi

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Luisenstraße 19
10117 Berlin

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