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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Bolle - Lied

Bolle - Lied

  1. Bolle reiste jüngst zu Pfingsten, Nach Pankow war sein Ziel; Da verlor er seinen Jüngsten Janz plötzlich in Jewühl; ´Ne volle halbe Stunde Hat er nach ihm jespürt. Aber dennoch hat sich Bolle Janz köstlich amüsiert.
  2. In Pankow gab´s kein Essen, In Pankow gab´s kein Bier, War alles uffjefressen Von fremden Leuten hier. Nich´ ma´ ´ne Butterstulle Hat man ihm reserviert! Aber dennoch hat sich Bolle Janz köstlich amüsiert.
  3. Auf der Schönholzer Heide, Da jab´s ´ne Keilerei Und Bolle, jar nicht feige. War mittenmang dabei. Hat´s Messer rausgezogen Und fünfe massakriert. Aber dennoch hat sich Bolle Janz köstlich amüsiert.
  4. Es fing schon an zu Tagen, Als er sein Heim erblickt. Das Hemd war ohne Kragen, Das Nasenbein zerknickt, Das linke Auge fehlte, Das rechte marmoriert. Aber dennoch hat sich Bolle Janz köstlich amüsiert.
  5. Als er nach Haus jekommen, Da ging´s ihm aber schlecht, Da hat ihn seine Olle janz mörderisch verdrescht! ´Ne volle halbe Stunde Hat Sie auf ihm poliert. Aber dennoch hat sich Bolle Janz köstlich amüsiert.
  6. Und Bolle wollte sterben, und hat sich´s überlegt: Er hat sich uff die Schienen Der Kleinbahn druffjelegt; Die Kleinbahn hat Verspätung, Und vierzehn Tage druff, Da fand man unsern Bolle Als Dorrjemüse uff.
  7. Und Bolle wurd´ begraben, in einer alter Kist´. Der Pfarrer sagte ´Amen´ und warf ihn auf den Mist. Die Leute klatschten Beifall, und gingen dann nach Haus. Und nun ist die Geschichte von uns´rem Bolle aus!

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