Berlin Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.berlin-lese.de
Unser Leseangebot

Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Zur letzten Instanz

Zur letzten Instanz

Florian Russi

Im Jahr 2021 wird sie auf eine 400-jährige Geschichte zurückblicken können. Bis heute gehört „Zur letzten Instanz" in der Waisenstraße nahe dem Berliner Alexanderplatz zu den begehrtesten Lokalen der deutschen Bundeshauptstadt. Bis ins Ausland, so ins ferne Japan, ist der gute Ruf der Haustradition gedrungen. Tischreservierungen sind daher dringend zu empfehlen.

Zu DDR-Zeiten war das im Ostteil Berlins gelegene Restaurant vor allem bei Studenten sehr beliebt. Es wurde als Ereignis gefeiert, wenn man dort einen Platz bekam. Einer der damaligen Studenten hat mir erzählt, der Name „letzte Instanz" beziehe sich auf den der Gaststätte gegenüberliegenden kleinen Friedhof. Hierzu haben wohl Assoziationen wie „letzter Wille", „letztes Hemd" oder „letztes Geleit" beigetragen. Über den wahren Sachverhalt informiert uns die Speisekarte:

Im Jahr 1621 gründete ein ehemaliger Reitknecht des Kurfürsten von Brandenburg das Lokal zunächst als Branntweinstube. Die führte lange Jahre den Namen „Biedermeierstübchen am Glockenspiel." Im Jahr 1900 wurde in der nahen Littenstraße, die parallel zur Waisenstraße verläuft, ein Amtsgericht errichtet. Dabei handelte es sich nach der deutschen Gerichtsordnung um eine „erste Instanz". In unserem Fall soll es jedoch so gewesen sein, dass zwei Bauern, die einen langwierigen Rechtsstreit miteinander geführt hatten, sich in der Gaststätte bei einer feuchtfröhlichen Zecherei „in letzter Instanz" ausgesöhnt und verständigt haben. So also kam das Haus zu seinem hübschen Namen.

Die Speisen- und Weinangebote laden auch heute noch dazu ein, sich zu „löblichem Tun" zu versammeln. Getreu der Namenstradition des Hauses finden sich auf der Speisekarte Gerichte wie „Gerichtsschreiber-Sülze", „Sühne-Versuch", „Kreuzverhör" und „Justiz-Irrtum". Dahinter verstecken sich beliebte Speisen wie Kalbsleber Berliner Art und Kabeljau mit poschiertem Senfei, jungem Spinat und kleinen Kartoffeln. Niemand braucht zu befürchten, dass ihm hier eine Henkersmahlzeit zubereitet würde.

Das altberlinerische Ambiente der Gasträume sorgt für Gemütlichkeit und nostalgischer Stimmung. In Zeiten von I-Pad, Windkanal und Industrie-Design bietet die „letzte Instanz" einen Rückzugsort für Tradition und gefühlte gute alte Zeit.

Homepage "Zur letzten Instanz"

*****

Fotos: Florian Russi

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Novotel am Tiergarten
von Florian Russi
MEHR
Loretta am Wannsee
von Hannelore Eckert
MEHR
Treffpunkt Berlin
von Florian Russi
MEHR

Zur letzten Instanz

Waisenstraße 14-16
10179 Berlin

Detailansicht / Route planen

Werbung
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen