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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Heinrich Zille in der Akademie der Künste

Heinrich Zille in der Akademie der Künste

Hannelore Eckert

In der Akademie der Künste ist es Tradition, dass die neu erwählten Mitglieder ihre eigenhändig geschriebene Biographie dem Präsidenten in der ersten Sitzung vorlegen, an der sie teilnehmen. So hatte denn auch Zille seine Autobiographie Liebermann überreicht: ein engbeschriebenes Blatt. Liebermann wirft einen Blick darauf, liest ein paar Zeilen, lächelt und sagt in echtestem Berlinerisch:"Det is janz ulkig. Aber sagen Se mal, warum haben Se denn so kleen jeschrieben?" Worauf Zille prompt antwortete:"Erstens sollte das alles uff eene
Seite jehen, und denn - braucht es ja ooch keener zu lesen."
„Soooo," meinte Liebermann, „nu lesen Se`t man selber vor."

Und Zille las. Die würdevollen Mienen der Herren Professoren erheiterten sich zusehends, aus dem Schmunzeln über diesen „frischen Ton" in der Akademie wurde nach und nach ein schallendes Gelächter, wie es der feierliche Sitzungssaal vordem wohl noch nie gehört hatte.
Und als Zille mit gelassenem Ernste zu dem Schlußsatz kam: Jetzt bin ich sogar Mitglied der Akademie geworden. Dazu schreibe ich, was das Blatt Fridericus sagt:"Der Berliner Abortzeichner Heinrich Zille ist zum Mitglied der Akademie der Künste gewählt und als solches vom Kultusminister bestätigt worden. Verhülle, o Muse, dein Haupt!" - da brach ein ganz unakademischer Beifallssturm los. Aber war Zille solchergestalt auch begrüßt worden wie kaum ein anderes neues Mitglied vor ihm - als „Jüngster" musste der Sechsundsechzigjährige dennoch bei der folgenden Abstimmung mit der großen Blechbüchse von Platz zu Platz gehen, die Stimmen zu sammeln. Als er eine Weile dieses Amtes gewaltet hatte, meinte er:"Na, de jeht ja noch; aber muss ick als Lehrling nu ooch den Schnaps für de anderen holen?"
An diesem Tage tagten sie nicht weiter.

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Quelle: „Der Urberliner" von Hans Ostwald, Paul Franke Verlag Berlin 1928

Zeichnung: Wikipedia - gemeinfrei

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