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Quatsch Didel Datsch

Kinderreime

von Norbert Neugebauer (Autor), Werner Kiepfer (Autor), Petra Lefin (Illustrator)

Kinder wollen unterhalten sein. Sie lieben Geschichten und Spaß, Rhythmus und Reim.
Das Spiel mit den Worten, die einen ähnlichen Klang aufweisen, fasziniert sie. Der Gleichklang und Rhythmus von Versen lassen sie die (Mutter-)Sprache spielerisch erfassen. Dadurch lassen sie sich schnell auswendig lernen, immer wieder nachsprechen und fördern so das Sprachvermögen. - Mit den liebevollen Zeichnungen von Petra Lefin bietet das Heft Unterhaltung für die ganze Familie.

Der Branntweinsäufer und die Berliner Glocken

Der Branntweinsäufer und die Berliner Glocken

Heinrich von Kleist

Ein Soldat vom ehemaligen Regiment Lichnowsky, ein heilloser und unverbesserlicher´Säufer, versprach nach unendlichen Schlägen, die er deshalb bekam, dass er seine Aufführung bessern und sich des Brannteweines enthalten wolle. Er hielt auch in der Tat Wort während drei Tage; ward aber am vierten wieder besoffen in einem Rennstein gefunden und von einem Unteroffizier in Arrest gebracht. Im Verhör fragt man ihn, warum er,
seines Vorsatzes uneingedenk, sich von neuem dem Laster des Trunks ergeben habe?

„Herr Hauptmann!" antwortete er; „es ist nicht meine Schuld. Ich ging in Geschäften eines Kaufmanns mit einer Kiste Färbholz über den Lustgarten; da läuteten vom Dom herab die Glocken, Pomeranzen! Pomeranzen! Pomeranzen!" „Läut. Teufel, läut", sprach ich, und gedachte meines Vorsatzes und trank nichts. In der Königstraße, wo ich die Kiste abgeben sollte, steh ich einen Augenblick, um mich auszuruhen, vor dem Rathaus still; da bimmelt es vom Turm herab: „Kümmel! Kümmel! Kümmel! - Kümmel! Kümmel! Kümmel!" Ich sage zum Turm:"Bimmel du, dass die Wolken reißen" - und gedenke, mein Seel, gedenke meines Vorsatzes, ob ich gleich durstig war, und trinke nichts. Drauf führte mich der Teufel auf dem Rückweg über den Spittelmarkt; und da ich eben vor einer Kneipe, wo mehr als dreißig Gäste beisammen waren, stehe, geht es vom Spittelturm herab: „Anisette! Anisette!

Anisette!" „Was kostet das Glas?" frag ich. Und der Wirt spricht:"Sechs Pfennige."  „Geb` Er her", sag ich - und was weiter aus mir geworden ist, das weiß ich nicht."

*****

Quelle: „Der Urberliner" von Hans Ostwald, Paul Franke Verlag, Berlin 1928

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