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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Tempelhofer Feld

Tempelhofer Feld

Jean Gies

Seit Mai 2010 ist das ehemalige Flugfeld des Tempelhofer Flughafens öffentlich zugänglich. Im Rahmen eines Berlin-weiten Volksentscheids wurde am 25. Mai 2014 mit entschiedener Mehrheit gegen die Bebauung des Geländes, für den vollständigen Erhalt der Fläche für die Öffentlichkeit gestimmt. Der Zugewinn eines solch großzügigen, kreativ zu nutzenden und erholungsverschaffenden Freiraums für alle inmitten der Stadt übte eine große Faszination aus und setzte viele Ideen frei.

 

Die Fläche wird von ihren Besuchern geschätzt, erfinderisch und ausgiebig genutzt, erforscht, gepflegt, verteidigt, gestaltet und bespielt. Freizeitsportler, Radler, Spaziergänger, Hundehalter, Ruhesuchende ergehen sich dort ohne Beengung in harmonischer Koexistenz. Fahr- und Flugobjekte werden ausgeführt und der Spieltrieb ausgelebt, Bandproben, Konzerte, Gemeinschaftsgartenprojekte, Kunstaktionen finden hier statt. Die Natur sprießt aus allen Fugen und erobert sich die ehemaligen Rollbahnen zurück, seltene Pflanzen und Tiere siedeln sich an, Feldlerchen brüten in einem geschützten Areal. Am hohen, weiten Himmel spielt sich eindrucksvoll das Wetterspektakel über Berlin ab - berückend der unverstellte Panoramablick auf Wolkenmeere, sich zusammenbrauende und entladende Unwetter, Regenbögen, Sonnenuntergänge über der fernen Stadtsilhouette. Es steht zu befürchten, dass diese wunderbare urbane Brache im Zuge steigenden Wohnungsbedarfs nicht dauerhaft ohne Abstriche erhalten bleiben kann. Umso intensiver und einfallsreicher, mit ansteckender Euphorie nutzen die Berliner ihre vielleicht nur temporäre Spielwiese und innerstädtische Stadtflucht.

Impressionen vom Tempelhofer Feld

 

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Fotos: Jean Gies

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