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London kommt!

Pückler und Fontane in England

Klaus-Werner Haupt

Hardcover, 140 Seiten, 2019

Im Herbst 1826 reist Hermann Fürst von Pückler-Muskau erneut auf die Britischen Inseln, denn er ist auf der Suche nach einer vermögenden Braut. Aus der Glücksjagd wird eine Parkjagd, in deren Folge die Landschaftsgärten von Muskau und Branitz entstehen. Auch die Bewunderung für die feine englische Gesellschaft wird den Fürsten zeitlebens begleiten.

Theodor Fontane kommt zunächst als Tourist nach London, 1852 als freischaffender Feuilletonist, 1855 im Auftrag der preußischen Regierung. Seine journalistische Tätigkeit ist weitgehend unbekannt, doch sie bietet ein weites Feld für seine späteren Romane.

Die vorliegende Studie verbindet auf kurzweilige Art Biografisches mit Zeitgeschehen. Die Erlebnisse der beiden Protagonisten sind von überraschender Aktualität.

Datscha

Datscha

Uta Plisch

Gut frühstücken in Friedrichshain

 

Wenn ich meine Tochter in Berlin-Friedrichshain besuche, freue ich mich schon auf das Frühstück in der „Datscha", ein russisches Café mit einem Touch Nostalgie, der an die guten alten Zeiten in Russland erinnern soll. Ob sie gut waren, darüber lässt sich streiten, aber das Frühstück in dem Café ist auf jeden Fall phänomenal, allerdings für Frühaufsteher weniger geeignet, es öffnet erst um 10 Uhr.

Plüschromantik darf man hier nicht erwarten, die Räumlichkeiten sind eher nüchtern und funktional ausgestattet. An der Wand hängt ein Bild im Stile des Sozialistischen Realismus der Stalinzeit, wo die Gemälde als Reproduktionsvorlagen für Plakate, Schulbücher, Postkarten und Maler in der Provinz dienten als Mittel der Werbung für das Modell eines neuen Menschen. Auf dem Wandbild sehen wir junge Frauen bei der Ernte, Sinnbild für Glück und Gesundheit durch körperliche Arbeit. Auch die Speisekarte wird geziert durch eine solche Illustration, sozialistische Jugend beim Sport. 

Als Gag findet man danach die Reproduktion einer Aufstellung russischer Benimmregeln, die früher in Speisegaststätten an der Wand hingen:

Aufruf an das Volk

1. Es ist verboten, mitgebrachte Speisen und Getränke zu konsumieren.
2. Es ist verboten, aus der Einrichtung Tische, Geschirr, Bestecke, Presse, Aschenbecher u.a. zu entwenden, doch Kaffee- und Teetassen können am Tresen bestellt werden.
3. Die Besucher müssen ordentlich gekleidet sein, unbedingt Schuhe tragen (besonders im Winter), genügend gebildet und zahlungskräftig sein.
4. Es ist verboten, grob zum Personal zu sein und kein Trinkgeld zu geben. Falls der Kellner Sie nicht findet, finden Sie ihn am Tresen. Er ist auch nur ein Mensch.
5. Gäste, die sich nicht an die oben genannten Regeln halten, werden nicht bedient und mit aller Härte des Gesetzes hinausbefördert.

Die Speisekarte selbst enthält eine breite Auswahl an hausgemachten Gerichten wie z.B. Entenkeule in Honig-Bier-Marinade, Russenburger, russische Nudelgerichte, Flammkuchen und vieles mehr. Auch gibt es ein Wochenmenü außer Samstag und Sonntag zu moderaten Preisen. Sonntags wird ein Brunch angeboten mit vielen russischen Delikatessen. 

Das Besondere an diesem Lokal ist allerdings die Frühstückskarte. Da gibt es beispielsweise
•  das Studentenfrühstück bestehend aus einem knusprigen Croissant, selbstgemachter Konfitüre, Obst, Mandelquark und Butter,
•  das Bauernfrühstück Kolchos mit Rührei, russischer Wurst, gebratenen Kartoffeln, das alles serviert mit sauren Gurken, Butter und Brot,
•  das vegetarische Frühstück mit Bliniröllchen, gefüllt mit Spinat und Frischkäse, Rührei mit Kräutern, Quarkpfannkuchen, Auberginenkaviar, Obst, Schmand, köstliche Konfitüre, Butter und Brotkorb,

außerdem Käsefrühstück, Gorki Park mit Hähnchenbrustfilet, Schwarzes Meer mit Lachs, und schließlich noch das Frühstück für zwei Personen, Arbeiterinnen und Bauern genannt, das keine Wünsche offen lässt und für das man schon einen gewaltigen Hunger mitbringen muss.

Nicht vergessen darf ich hier auch die Auswahl an guten Tees, stilgerecht serviert.

Also alles in allem ein Lokal, das man guten Gewissens empfehlen kann, das auch preislich durchaus ins normale Budget passt und durch seine nette Bedienung zusätzlich gewinnt. Bei ihr möchten wir uns auch ganz besonders bedanken, dass sie uns erlaubt hat, alles zu fotografieren, was immer wir wollten.

Bildergalerie

ein weiterer GastraumErntebild im Stil des sozialistischen RealismusBlick in die BarFür die Frühstückskarte ist die Datscha berühmtSonntagsbrunch und russische Spezialitäten werden angekündigt

 

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Fotos: Uta Plisch

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