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Erich Kästner

Erich Kästner

Anne Berger

Produktive Jahre in Berlin

1927 kam der Schriftsteller, Dreh- und Kinderbuchautor, Lyriker und Journalist Erich Kästner (1899-1974) nach Berlin und schrieb, obwohl man ihm wegen der Veröffentlichung eines freizügigen, frivolen Gedichts seine Redakteursstelle in der „Neuen Leipziger Zeitung" gekündigt hatte, dennoch weiter für das Blatt.
In Berlin schloss Kästner einige seiner wichtigsten Bekannt- und Freundschaften mit anderen bekannten Schriftstellern wie Walter Benjamin, Kurt Tucholsky, Lion Feuchtwanger, Alfred Döblin oder Egon Erwin Kirsch.

Die Berliner Zeit war für Kästner eine der literarisch und journalistisch produktivsten Lebensabschnitte. Zwischen 1927 und 1933 schrieb er an die 500 Artikel, u. a. für den „Montag Morgen", die „Vossische Zeitung", das „Berliner Tageblatt" oder die von Carl von Ossietzky herausgegebene „Volksbühne", für die auch andere prominente Schriftsteller wie Ernst Toller oder Lion Feuchtwanger schrieben.

Eine weitere große Leidenschaft Kästners war die Lyrik. Berühmt geworden ist vor allem seine so genannte Gebrauchslyrik: „Lyrik zum täglichen In-Gebrauch-Nehmen. Lyrik wird zum Trost. Zur Freude. Zum Nachdenken. Zum Schmunzeln. Zum Grübeln. Die Themen aus dem Leben der kleinen Leute. Von der Wiege bis zur Bahre."* In Berlin verfasste Erich Kästner ebenfalls sein erstes Kinderbuch „Emil und die Detektive", welches zum Welterfolg werden sollte.

Während der Nazizeit 1933 - 1945 emigrierte Kästner im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen nicht, sondern blieb in Berlin. Als seine Bücher am 10. Mai 1933 verbrannt wurden, war er aus nächster Nähe selbst dabei gewesen. Seitdem veröffentlichte er in Deutschland nur noch unter Pseudonym, wie z. B. „Berthold Bürger" oder „Melchior Kurtz". Kästner wurde außerdem mehrmals von der Gestapo verhaftet und wieder freigelassen. 1944 wurde seine Wohnung in Charlottenburg durch Bomben zerstört und brannte vollständig aus. Das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte Erich Kästner zusammen mit seiner Lebensgefährtin Louiselotte Enders in Mayrhofen, Tirol, bevor er 1945 nach München ging.

* Koopmann/Meier: „Kennst du Erich Kästner?", Bertuch Verlag, Weimar 2009.

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