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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Der Soldatengalgen

Der Soldatengalgen

Als der Zar Peter der Große einst den König Friedrich Wilhelm I. in Berlin besuchte, fuhr dieser mit seinem Gaste über den Neuen Markt. Da wurde gerade der „Galgen" für solche Soldaten gebaut, die zu einem schimpflichen Tode verurteilt worden waren. Als Peter von dem Zweck des Bauwerks hörte, bat er den König, doch einmal einen der langen Soldaten, die in der Nähe standen, zur Probe aufhängen zu lassen. Natürlich weigerte sich der König standhaft, einen solchen Frevel zu begehen, worauf der Zar sagte: „Nun, wenn du keinen hergeben willst, so wollen wir doch einen aus meinem Gefolge nehmen!" Und es hielt schwer, ihn von der Untat abzubringen.

entnommen aus „Berliner Heimatbücher"
Berliner Sagen und Erinnerungen
Gesammelt von Otto Monke
Verlag von Quelle und Meyer in Leipzig 1926

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Fotos: de.wikipedia.org/wiki/Galgen

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