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Kennst du Gotthold Ephraim Lessing?
vorgestellt von Jürgen Krätzer

Jürgen Krätzer eröffnet uns eine neue Sicht auf den Autor. Lessing entpuppt sich als schulverdrossener Aufrührer, als Student in „schlechter Gesellschaft" und als leidenschaftlicher Glücksspieler, der sich von Job zu Job hangelt. Bewusst stellte er sich gegen die damaligen Erwartungen und prangerte die Scheuklappen der Gesellschaft an. Krätzer zeigt dies anhand unkonventioneller Fabeln und Gedichte, seiner Kritiken und Briefe. Zugleich setzt er sich mit Lessings neuartiger Theatertheorie und den aufklärerischen Werten in seinen Dramen auseinander. Dabei gelingt es ihm aufzuzeigen, wie relevant und modern deren Themen noch heute sind.

Der Soldatengalgen

Der Soldatengalgen

Als der Zar Peter der Große einst den König Friedrich Wilhelm I. in Berlin besuchte, fuhr dieser mit seinem Gaste über den Neuen Markt. Da wurde gerade der „Galgen" für solche Soldaten gebaut, die zu einem schimpflichen Tode verurteilt worden waren. Als Peter von dem Zweck des Bauwerks hörte, bat er den König, doch einmal einen der langen Soldaten, die in der Nähe standen, zur Probe aufhängen zu lassen. Natürlich weigerte sich der König standhaft, einen solchen Frevel zu begehen, worauf der Zar sagte: „Nun, wenn du keinen hergeben willst, so wollen wir doch einen aus meinem Gefolge nehmen!" Und es hielt schwer, ihn von der Untat abzubringen.

entnommen aus „Berliner Heimatbücher"
Berliner Sagen und Erinnerungen
Gesammelt von Otto Monke
Verlag von Quelle und Meyer in Leipzig 1926

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Fotos: de.wikipedia.org/wiki/Galgen

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