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Zu Gast in Weimar

George Eliot; deutsche Übersetzung: Nadine Erler

Zu den vielen Künstlern, die es nach Weimar zog, gehörte auch die englische Schriftstellerin George Eliot. Im Sommer 1854 verbrachte sie drei Monate im kleinen, doch weltberühmten Städtchen an der Ilm. George Eliots schriftlich festgehaltenen Eindrücke sind äußerst amüsant. Dieser Blick einer Fremden lässt Weimar in anderem Licht erschienen.

Broschüre, 40 Seiten, 2019


Berliner Sprüche

Berliner Sprüche

Vom Bewerber

Tochter:"Aber, Vater, was hast du nur gegen Hans. Er wird sicher ein guter Gatte sein."

Vater:" Er is`n Schafskopf und doch nur hinter deinem Jelde her."

Tochter:" Er würde mich auch heiraten, wenn ich keinen Pfennig hätte."

Vater:" Na, denn is er noch dämlicher, als ich dachte."

 

Amüsement

Karl trifft seinen Freund Willi am Sonntagmorgen auf der Straße:

„Mensch - wie siehst`n aus? Dir ham se ja den Rockärmel abjerissen! Un der halbe Kragen hängt dir blos noch an`t Hemde! Un wo hast`n Deinen Hut jelassen? Mensch - un`n paar

Zähne baumeln Dir aus`t Maul! Wo warste denn bloß?"

„Icke - icke? - Na - ick war in`Vaein - ick hab mir amüsiert-."

 

Der richtige Berliner

Ein kleiner Junge bekommt von seiner Tante zehn Mark geschenkt. Voll Freude eilt er zu seinem Vater und zeigt ihm das Geld.

„Lass mir dafür Karussell fahren, Vater!" sagt der Junge.

Der Vater sieht ihn streng an und sagt:"Wie heißt es, mein Sohn?"

„Bitte, lieber Vater, lass mir Karussell fahren!"

Der Vater fragt ihn abermals mit strengem Blick:"Wie heißt es?"

Zögernd sagt der Junge:"Wenn ich nun „mich" saje, lässt du mir dann fahren?"

 

Waisenknabe

auf der Eisbahn mit Schnürsenkeln handelnd: „Koofen Se mir doch wat ab, mein Vater is drei Jahre vor meine Geburt jestorben."

 

Familie

„Nee, Mathilde, det jeht so nich mehr weiter. Du bist jestern sechzehn Jahre alt jeworden und hast noch janischt vadient. Da nimm da mal`n Beispiel an Laura`n, die is nu drei Jahre älter und jeht schon det vierte Mal als Amme!"

*****

Quelle:"Der Urberliner" von Hans Ostwald, Paul Franke Verlag, Berlin 1928

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