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Johann Joachim Winckelmanns Wirken auf Schloss Nöthnitz und in Dresden

Klaus-Werner Haupt

Nach rastlosen Jahren findet Johann Joachim Winckelmann auf dem nahe Dresden gelegenen Schloss Nöthnitz eine Anstellung als Bibliothekar. Die bünausche Bibliothek und die Kunstsammlungen der nahen Residenzstadt ermöglichen Kontakte mit namhaften Gelehrten. In ihrem Kreise erwirbt der Dreißigjährige das Rüstzeug für seine wissenschaftliche Karriere. Sein epochales Werk „Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst“ (1755) lenkt den Blick auf die Kunstsammlungen Augusts III. und ebnet den Weg nach Rom.

Winckelmanns Briefe, von denen mehr als fünfzig aus den sächsischen Jahren überliefert sind, lassen seinen Karrieresprung, aber auch seine persönlichen Nöte vor unseren Augen lebendig werden. Zwei Gastbeiträge über die jüngere Geschichte des Schlosses und die Visionen der Freunde Schloss Nöthnitz e. V. runden den Jubiläumsband ab.

Zur letzten Instanz

Zur letzten Instanz

Florian Russi

Im Jahr 2021 wird sie auf eine 400-jährige Geschichte zurückblicken können. Bis heute gehört „Zur letzten Instanz" in der Waisenstraße nahe dem Berliner Alexanderplatz zu den begehrtesten Lokalen der deutschen Bundeshauptstadt. Bis ins Ausland, so ins ferne Japan, ist der gute Ruf der Haustradition gedrungen. Tischreservierungen sind daher dringend zu empfehlen.

Zu DDR-Zeiten war das im Ostteil Berlins gelegene Restaurant vor allem bei Studenten sehr beliebt. Es wurde als Ereignis gefeiert, wenn man dort einen Platz bekam. Einer der damaligen Studenten hat mir erzählt, der Name „letzte Instanz" beziehe sich auf den der Gaststätte gegenüberliegenden kleinen Friedhof. Hierzu haben wohl Assoziationen wie „letzter Wille", „letztes Hemd" oder „letztes Geleit" beigetragen. Über den wahren Sachverhalt informiert uns die Speisekarte:

Im Jahr 1621 gründete ein ehemaliger Reitknecht des Kurfürsten von Brandenburg das Lokal zunächst als Branntweinstube. Die führte lange Jahre den Namen „Biedermeierstübchen am Glockenspiel." Im Jahr 1900 wurde in der nahen Littenstraße, die parallel zur Waisenstraße verläuft, ein Amtsgericht errichtet. Dabei handelte es sich nach der deutschen Gerichtsordnung um eine „erste Instanz". In unserem Fall soll es jedoch so gewesen sein, dass zwei Bauern, die einen langwierigen Rechtsstreit miteinander geführt hatten, sich in der Gaststätte bei einer feuchtfröhlichen Zecherei „in letzter Instanz" ausgesöhnt und verständigt haben. So also kam das Haus zu seinem hübschen Namen.

Die Speisen- und Weinangebote laden auch heute noch dazu ein, sich zu „löblichem Tun" zu versammeln. Getreu der Namenstradition des Hauses finden sich auf der Speisekarte Gerichte wie „Gerichtsschreiber-Sülze", „Sühne-Versuch", „Kreuzverhör" und „Justiz-Irrtum". Dahinter verstecken sich beliebte Speisen wie Kalbsleber Berliner Art und Kabeljau mit poschiertem Senfei, jungem Spinat und kleinen Kartoffeln. Niemand braucht zu befürchten, dass ihm hier eine Henkersmahlzeit zubereitet würde.

Das altberlinerische Ambiente der Gasträume sorgt für Gemütlichkeit und nostalgischer Stimmung. In Zeiten von I-Pad, Windkanal und Industrie-Design bietet die „letzte Instanz" einen Rückzugsort für Tradition und gefühlte gute alte Zeit.

Homepage "Zur letzten Instanz"

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Fotos: Florian Russi

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