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London kommt!

Pückler und Fontane in England

Klaus-Werner Haupt

Hardcover, 140 Seiten, 2019

Im Herbst 1826 reist Hermann Fürst von Pückler-Muskau erneut auf die Britischen Inseln, denn er ist auf der Suche nach einer vermögenden Braut. Aus der Glücksjagd wird eine Parkjagd, in deren Folge die Landschaftsgärten von Muskau und Branitz entstehen. Auch die Bewunderung für die feine englische Gesellschaft wird den Fürsten zeitlebens begleiten.

Theodor Fontane kommt zunächst als Tourist nach London, 1852 als freischaffender Feuilletonist, 1855 im Auftrag der preußischen Regierung. Seine journalistische Tätigkeit ist weitgehend unbekannt, doch sie bietet ein weites Feld für seine späteren Romane.

Die vorliegende Studie verbindet auf kurzweilige Art Biografisches mit Zeitgeschehen. Die Erlebnisse der beiden Protagonisten sind von überraschender Aktualität.

Brandenburger Tor

Brandenburger Tor

Florian Russi

Am 22. Dezember 1989 schien der Berliner Bär losgelassen. Spontan und unorganisiert hatten sich über 100.000 Menschen beim Brandenburger Tor eingefunden. Sie fielen sich in die Arme, lachten, weinten, jubelten, tanzten und feierten dessen Öffnung und den Fall der Mauer, die 28 Jahre lang den Ostteil Berlins vom Westen abgeschnitten hatten. Millionen Zuschauer sahen dem Ereignis an ihren Fernsehgeräten zu und richteten ihren Blick auf das Bauwerk, das ihnen bisher als Monument von Trennung und Teilung bekannt war. Jetzt aber wurde es zum Symbol von Einheit und Selbstbestimmung. Als sich zehn Jahre später eineinhalb Millionen vor allem junge Menschen auf den Straßen und Plätzen vor dem Brandenburger Tor zu einer organisierten „Love Parade" versammelten, wurde es auch zum Wahrzeichen von Lebensfreude, Begegnung, Temperament, Musik, Tanz und Liebe. Auch diese neuen Rollen trug das imposante Bauwerk mit Geduld und Würde. Es hatte, trotz erheblicher Blessuren, sogar die schweren Bombenangriffe der Alliierten im 2. Weltkrieg überstanden.

Sein Vorgänger hieß zunächst „Tiergartentor" und war eines von 14 Stadttoren Berlins. Preußenherrscher Friedrich-Wilhelm I., den man „Soldatenkönig" nannte, hatte in den Jahren 1732-1737 seine Residenzstadt, die bis dahin nur den heutigen Berliner Bezirk „Mitte" umfasste, ausgedehnt und mit einer Stadtmauer umgeben lassen. Nur die Stadttore ermöglichten einen Durchlass. Damit wollte der König zum einen das Desertieren seiner Soldaten verhindern, zum andere jeden, der Waren nach Berlin importieren wollte, mit einer Akzise genannten Zollzahlung belegen. Mit den Einnahmen daraus unterhielt er sein 50.000 Soldaten umfassendes stehendes Herrn und kaufte in ganz Europa „lange Kerls" ein. Bei letzteren handelte es sich um gut gewachsene junge Männer, die mindestens 1,88 Meter groß waren, und die dem König, der nie einen Krieg führte, aber sein „Vergnügen... in einer Menge guter Truppen" fand, bei Paraden, Aufmärschen und ähnlichen Anlässen dienen mussten.

Das Brandenburger Tor hob sich unter den übrigen Stadttoren dadurch hervor, dass es den Abschluss der Parade- und beliebten Promenadenallee „Unter den Linden" bildete und einen unmittelbaren Zugang vom königlichen Schlossbezirk zum Tiergarten gewährte, in dem Majestät ihrer Jagdleidenschaft nachkommen konnte. Seinen heutigen Namen erhielt es, weil es auch den Weg zu den Straßen freigab, die zu der westlich von Berlin gelegenen Stadt Brandenburg an der Havel führten.

In den Jahren 1788 bis 1791 erhielt das Tor nach Plänen des Architekten Langhans seine heutige Gestalt.

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Fotos: Rita Dadder

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